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KAI-BI steht für Kölner Assessment Instrument mit Bostelaar Index. Es handelt sich dabei um ein Assessment- Instrument, das von Christian Grebe im Auftrag des Klinikums der Universität zu Köln entwickelt wurde.
Das K.A.I. stellt dabei die Datenbasis dar. Es besteht aus mehreren etablierten Skalen, mit denen der aktuelle Pflegestatus eines Akutpatienten und dessen spezifische pflegerische Risiken eingeschätzt werden. Konkret werden dabei folgende Domänen erfasst:
- personenspezifische Daten
- Grundpflegerische Abhängigkeiten (modifizierter ADL- Index)
- behandlungspflegerische Prozeduren
- Dekubitusrisiko (nach modifizierter Norton- Skala)
- Schmerzstatus (mittels VAS)
- Sturzrisiko (mittels STRATIFY)
- kognitiver Status (mittels stark modfiziertem CDR)
- Pflegeüberleitung
Das reine K.A.I. bietet somit ein Nursing Minimum Data Set (N-MDS) mit einem Risikoscreening in wesentlichen pflegerischen Domänen. Vom Instrument identifizierte Risiken sind als Alarmzeichen (Trigger) zu werten und ggf. mittels spezifischen Risikoerfassungen abzuklären. Die Daten fließen unmittelbar in die Pflegeplanung ein.
Soweit nichts neues - das K.A.I. stellt lediglich eine Instrumentenbatterie bekannter (wenn auch teils modifizierter) Einschätzungsskalen dar, womit jedoch eine einrichtungsinterne Vereinheitlichung und eine strukturierte Einschätzung für alle Patienten auf Normalstationen geschaffen wird.
Das eigentliche Glanzstück des Instruments aber ist das (ebenfalls von Christian Grebe entwickelte und nach dem Pflegedirektor des Kölner Uniklinikums, der die Entwicklung erst möglich machte, benannte) Gruppierungsverfahren. Mittels eines forschungsbasierten Algorithmus lassen sich die Patienten gemäß ihres zu erwartenden Pflegeaufwands in fünf Gruppen einteilen, die sog. KAIGroups. Diesen wiederum ist ein klarer Wert des Pflegeaufwands, der Bostelaar- Index, zugeordnet, welcher den Pflegeaufwand des Durchschnittspatienten jeder Gruppe relativ zueinander ausdrückt.
Mit diesem Algorithmus ist es international erstmals gelungen, ein valides System der prospektiven Einschätzung des Pflegeaufwands auf Normalstationen im Krankenhaus zu schaffen. Der Bostelaar- Index erklärt die tatsächliche Pflegezeit mit einer Varianzaufklärung von r2= 0.64. Auch die Inter- Rater- Reliabilität der Zuordnung zu einer KAIGroup ist mit kappa=0.8 im herausragenden Bereich. Betrachtet man diesbezüglich lediglich den Bostelaar Index (somit also die Zuordnung zu KAIGroups mit zumindest ähnlichen Bostelaar Indices), so ergibt sich sogar ein r=0.89.
Das Gesamtinstrument KAI-BI stellt die Basis für ein professionelles Case- Management im Krankenhaus dar - wenn dieses mehr als nur ein reines Gerüst sein soll. Neben einer Risikoeinschätzung ist eine prospektive Einschätzung des Pflegeaufwands unabdingbar, um Steuerungsprozesse (sei es patienten- oder personalbezogen) einrichten zu können. Diesbezüglich ist das KAI-BI® momentan international die einzige valide Option.
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